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7.7% oder 8% Mehrwertsteuer ab 1.1.2018?

Kategorie: 
Fachartikel
Date: 
17. März 2017
KENDRIS Autor(en): 

Auf den 1. Januar 2018 tritt im Rahmen der Teilrevision in der Schweiz ein revidiertes Mehrwertsteuergesetz in Kraft. Dieses hat für inländische und ausländische Unternehmen erhebliche Auswirkungen. Ausserdem könnte sich der Normalsteuersatz von 8% auf 7.7% reduzieren.

 

Die Änderungen betreffen unter anderem die folgenden Bereiche:

Welche Umsätze sind relevant für die obligatorische Mehrwertsteuerpflicht?

Für die obligatorische Steuerpflicht wird ab 1. Januar 2018 der weltweite Gesamtumsatz zur Ermittlung der Steuerpflicht herangezogen.

Das bedeutet für Unternehmen, die bis anhin von der Steuerpflicht befreit waren (weil ein Grossteil ihrer Leistungen im Ausland als erbracht gelten), dass sie neu der obligatorischen Mehrwertsteuer- bzw. Registrierungspflicht unterliegen.

Ausländische Unternehmen werden grundsätzlich ab CHF 1 Umsatz mit Leistungsort Schweiz bei einem weltweiten Gesamtumsatz von über CHF 100‘000 obligatorisch mehrwertsteuer- und registrierungspflichtig.

 

Welche Vereinfachung besteht für die freiwillige Option von ausgenommenen Umsätzen?

Ausgenommene Leistungen (z.B. Vermietung von Gewerberäumen) können ab 2018 auch ohne offenen Ausweis der Mehrwertsteuer im Vertrag oder auf der Rechnung mittels Deklaration in der MWST-Abrechnung optiert werden, um so vom Vorsteuerabzugsrecht Gebrauch machen zu können.

 

Für was gilt neu die Margenbesteuerung?

Für Kunstgegenstände, Antiquitäten und Sammlerstücke wird die Margenbesteuerung wieder eingeführt. Bei der Margenbesteuerung wird nur auf der Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (Marge) die Mehrwertsteuer erhoben. Im Gegenzug kann für die obenerwähnten Gegenstände kein fiktiver Vorsteuerabzug mehr geltend gemacht werden.

 

Was ändert beim fiktiven Vorsteuerabzug?

Neu ist, dass auch „ungebrauchte“ Gegenstände zum fiktiven Vorsteuerabzug berechtigen. Diese müssen auch nicht zum Wiederverkauf bestimmt sein, es reicht die Verwendung für die unternehmerische Tätigkeit. Es darf hierfür beim Kauf jedoch kein offener Ausweis von Mehrwertsteuer erfolgen.

 

Welchen Mehrwertsteuersatz haben wir ab 1. Januar 2018?

Die mögliche Änderung der Mehrwertsteuersätze ist nicht Bestandteil des revidierten Mehrwertsteuergesetzes. Erst nach der Volksabstimmung vom 24. September 2017 entscheidet sich, ob der Normalsteuersatz ab 1. Januar 2018 bei 8% bleibt, oder ob sich dieser auf 7.7% reduziert (Beherbergungen von 3.8% auf 3.7%).