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Tax & Legal Advising

Mehrwertsteuer bei E-Rechnungen - Fortschritte in der Digitalisierung

7 June 2017
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Die neuen Mehrwertsteuer-Regelungen für E-Rechnungen (E-Invoicing) bringen Unternehmen Erleichterungen im Geschäftsverkehr. Lesen Sie welche Perspektiven sich für Ihr Unternehmen ergeben.

Wo liegen Erleichterungen für die Mehrwertsteuer-Abwicklung?

Die Änderung der Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements über elektronische Daten und Informationen („ElDI-V“) beinhaltet als Kernstück, dass keine digitale Signatur von Belegen mehr erforderlich ist. Sie wird durch die Eidgenössische Steuerverwaltung bloss noch empfohlen. Die bislang strengen Anforderungen, die bei Unternehmen immense Kosten für Zertifizierungsdienste ausgelöst haben, sind damit hinfällig. Es gilt bei der Mehrwertsteuer der Grundsatz der „Beweismittelfreiheit“. In der Folge werden Papierrechnungen und unsignierte elektronische Ein- und Ausgangs-Rechnungen gleichgestellt.

Weitere Informationen finden Sie unter „Erläuterungen zur EIDI-V“ auf der ESTV-Seite.

Die ElDI-V wird ab 1.1.2018 ausser Kraft gesetzt. Die relevanten Bestimmungen zur Übermittlung und Aufbewahrung papierloser Belege (Art.122 ff. MWSTV) werden durch einen Verweis auf die einschlägigen Bestimmungen im Obligationenrecht  (Art. 957-958 f.) und die Geschäftsbücherverordnung ersetzt.

 

Wo und wieso bieten sich neue Perspektiven?

Die elektronische Verarbeitung bzw. Digitalisierung bei Rechnungen nimmt ständig zu. Auch mittelständische Unternehmen werden vermehrt mit dieser Herausforderung konfrontiert. Die aufwändige Abwicklung von Belegen im Bereich „Einlesen, Verarbeiten, Verbuchen und Archivieren“ kann hiermit jedoch schneller, einfacher und kostengünstiger gestaltet werden.

Die bislang starren, aufwendigen und kostenintensiven Regeln wurden im Bereich der Mehrwertsteuer durchbrochen. Dies machen Regeländerungen und eine entsprechende Anpassung der Verwaltungspraxis der Steuerverwaltung bei der Mehrwertsteuer möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter „Für die E-Rechnung beginnt eine neue Ära“ auf der ESTV-Seite.


 

Was bedeutet das für mein Unternehmen?

Die Regeländerungen ermöglichen für alle Unternehmen neue Möglichkeiten im Zusammenhang mit Smartphone-Applikationen („Apps“) oder einer platz- und kostensparenden Buchhaltung, vor allem im Bereich der Rechnungseingänge, aber auch für E-Rechnungen (E-Billing bzw. E-Invoicing). Hierbei darf allerdings die innerbetriebliche Archivierung und Sicherstellung der Unveränderbarkeit (Authentizität, Integrität und Lesbarkeit) der Belege nicht vernachlässigt werden. Das heisst, dass die in der Buchhaltung hinterlegten Belege nachweislich unveränderbar sind. Insbesondere für die Mehrwertsteuer ist die Gewährleistung einer lückenlosen Dokumentation unabdingbar.
 

 „ZUGFeRD“ in der Schweiz?

In Europa, und vor allem in Deutschland, hat sich ein digitaler Formatstandard für die Verarbeitung von Rechnungen etabliert, welcher sich auch in der Schweiz durchsetzen dürfte. „ZUGFeRD“ (Zentraler User Guide des Forums elektronischer Rechnung Deutschland) heisst das strukturierte Format für Rechnungsdaten (PDF-A-Dokument mit Rechnungsdaten im XML-Format). Es bietet Gewähr, dass die spezifischen Informationen einer einheitlichen Form für automatisierte Abläufe zur Verfügung stehen. Auch KMUs in der Schweiz können die entsprechenden Vorteile mittels Software-Lösungen nutzen.

Ab 2018 wird der ZUGFeRD-Standard in Deutschland vorangetrieben. Die „Richtlinie über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen“ wird umgesetzt. Im ersten Schritt werden Bundesministerien, ab 2019 alle restlichen öffentlichen Auftraggeber elektronische Rechnungsabläufe automatisieren.

 

„AbaNinja“?

Cloudbasierte Lösungen wie z.B. „AbaNinja“ von Abacus können einen Mehrwert insbesondere für KMU bieten. Durch die automatische Synchronisation der Daten mit dem Treuhänder können die Arbeitsprozesse effizienter ausgestaltet und Kosten eingespart werden. Aufgrund unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Abacus stellen wir Ihnen die Vorteile auf Wunsch gerne vor.
 

Haben Sie Fragen?

Sie möchten weitere Informationen bezüglich der Mehrwertsteuer, zur digitalen Abwicklung, bzw. welche weiteren Möglichkeiten für ihr Unternehmen bestehen? Dann informieren Sie sich zum Beispiel über das „Einheitliche Lohnmeldeverfahren (ELM)“ auf unserem Factsheet. Gerne unterstützen wir Sie aber auch persönlich und zeigen Ihnen die wesentlichen Aspekte im Hinblick auf Effizienz- und Kosteneinsparungen auf.