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Internationales Steuerinkasso

Kategorie: 
Fachartikel
Date: 
20. Juni 2016
KENDRIS Autor(en): 

Steuerinkasso

Die Schweiz hat mit dem Europarat und den Mitgliedern der OECD ein Abkommen über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen unterzeichnet. Dieses sieht die bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor. Bislang konnten die Staaten lediglich ein offizielles Amtshilfegesuch ans Ausland stellen, wenn sie einen hinreichend begründeten Verdacht haben, dass eine steuerpflichtige Person unversteuerte Vermögenswerte im Ausland hat.

Die neu, weiterführende Zusammenarbeit beinhaltet den automatischen Informationsaustausch, bei welchem die Angaben über Bankkonten direkt zwischen den Staaten ausgetauscht werden.

Informationen werden fortan ohne offizielles Amtshilfeersuchen an die ausländische Steuerbehörde geliefert und zwar automatisch und ohne das Zutun der ausländischen Behörde.

Die Schweiz sieht aber neben dem Informationsaustausch noch weitere Formen der Amtshilfe vor. So soll es den ausländischen Staaten inskünftig möglich sein, offizielle Schriftstücke direkt per Post an die Steuerpflichtigen in der Schweiz zuzustellen. Ferner wird die Schweiz auch Amtshilfe bei der Vollstreckung von ausländischen Steuerforderungen, sowie bei deren Sicherstellung, leisten. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Schweiz zum verlängerten Arm des ausländischen Fiskus wird und bei in der Schweiz wohnhaften Ausländern die ausländischen Steuerforderungen eintreiben und darüber hinaus auch noch betreibungsrechtlich sicherstellen und vollstrecken wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Steuern auf Einkommen/Vermögen oder um Steuern auf ausländischen Grundstücken handelt. Die Schweiz kann inskünftig das in der Schweiz gelegene Vermögen verarrestieren, um die offenen Steuerschulden des Auslandes sicherzustellen und letztlich zu vollstrecken.

Sind Sie potentiell von einem internationalen Steuerinkasso betroffen? Oder wurde ein Amtshilfeverfahren gegen Sie eingeleitet? Wir können Ihnen helfen.