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Wirtschaftsprüfung
Steuerberatung & Rechtsberatung

Kanton Zürich setzt die Unternehmenssteuerreform in der Schweiz um - Weitere Kantone folgen

10. September 2019
Lesezeit: 3 mins
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Weber Olivier
Leiter Steuerberatung

Der Kanton Zürich setzt per Volksabstimmung ab 2020 um:

  • Körperschaftsteuersatz von 19,7% (Stadt Zürich) statt 21,1%.
  • Ein zusätzlicher Steuerabzug von 50% auf die F&E-Kosten
  • Ein fiktiver Zinsabzug auf das konservative Eigenkapital

 

In einem zweiten Schritt wird eine weitere Senkung des Körperschaftsteuersatzes auf 18,2% erwartet. Um den OECD-Vorschriften zu entsprechen, hat die Schweiz beschlossen, die Sondersteuer für Holding-, Sitz- und Mischgesellschaften ab 2020 abzuschaffen. Um für das internationale Geschäft attraktiv zu bleiben, hat der Kanton Zürich nun den Körperschaftsteuersatz für alle Unternehmen gesenkt und spezielle Steuerabzüge eingeführt, die nach OECD-Standard anerkannt sind.

 

Wer ist von der Unternehmenssteuerreform nicht betroffen?

Holdinggesellschaften, d.h. Gesellschaften, die mehr als 10% der Aktien anderer Gesellschaften (Beteiligungen) halten, sind nicht betroffen, da Erträge aus Beteiligungen und Veräusserungsgewinne aus der Veräusserung von Beteiligungen im Rahmen des Beteiligungsfreistellungsverfahrens ausgenommen sind. Selbst Erträge aus Beteiligungen von weniger als 10%, aber mit einem Wert von mehr als CHF 1 Mio. sind ausgenommen, nicht aber Kapitalgewinne aus solchen hochwertigen Beteiligungen.

Für Beteiligungsgesellschaften sind niedrigere Kapitalsteuersätze vorgesehen, so dass keine höhere Kapitalsteuer zu erwarten ist.

 

Wer wird von der Unternehmenssteuerreform profitieren?

Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten können zusätzliche 50% ihrer F&E-Kosten in ihrer Steuererklärung abziehen.

Unternehmen mit (überschüssigem) Eigenkapital, d.h. Eigenkapital, das für ihr operatives Geschäft nicht erforderlich ist, dürfen einen fiktiven Zins auf dieses konservative Eigenkapital abziehen. Im derzeitigen Null- oder sogar Negativzinsumfeld kann es jedoch zu keinem nachvollziehbaren Vorteil kommen.  

Gewöhnlich besteuerte Unternehmen werden von niedrigeren Körperschaftsteuersätzen profitieren.

 

Wer ist betroffen?

Von der Steuerreform sind Portfoliounternehmen betroffen, d.h. Unternehmen, die ein Portfolio von bankfähigen Vermögenswerten mit Einzelpositionen im Wert von weniger als CHF 1 Mio. halten. Für diese Unternehmen wird die privilegierte Besteuerung nicht mehr zur Verfügung stehen und ab 2020 gilt ein höherer Körperschaftsteuersatz von 19,7%. Eine höhere Stammkapitalbesteuerung wird auch ab 2020 gelten.

Handelsgesellschaften, d.h. Gesellschaften mit Kauf- und Verkaufsaktivitäten ausserhalb der Schweiz, können nicht mehr vom gemischten Gesellschaftsprivileg profitieren und sind daher von der Besteuerung mit dem ordentlichen Steuersatz betroffen. Obwohl die ordentlichen Steuersätze gesenkt wurden, liegen sie immer noch deutlich über dem für gemischte Gesellschaften in der Vergangenheit vorgesehenen Steuersatz.

Von der Steuerreform sind auch Unternehmen mit Steuerurteilen betroffen, da die Steuerurteile durch das neue Unternehmenssteuerreformgesetz ersetzt werden. Nur bestimmte Steuerregelungen, z.B. Verrechnungspreisregelungen, sind von der Unternehmenssteuerreform nicht betroffen.

Portfoliounternehmen, Handelsgesellschaften und Unternehmen mit Steuerveranlagung werden nicht mehr von reduzierten Kapitalsteuersätzen profitieren.

 

Was ist zu tun?

Portfoliounternehmen, Handelsgesellschaften und Unternehmen mit Steuerbeschluss müssen mit höheren Körperschaftsteuersätzen und höheren Kapitalsteuersätzen im Kanton Zürich rechnen. Unternehmen, die nicht eng mit Zürich verbunden sind, können einen Umzug in einen anderen Kanton mit niedrigeren Körperschaftsteuersätzen und besseren Kapitalverhältnissen in Betracht ziehen.

Bis 2020 werden in einigen Kantonen rund 12% bis 14% der günstigsten Steuersätze bei geringstmöglichen Kapitalsteuern erwartet.

 

Gerne analysieren wir Ihren konkreten Fall und schlagen Ihnen ideale Handlungsoptionen vor, damit Sie in Zukunft von einer möglichst niedrigen Besteuerung profitieren können. Wir sind auch in der Lage, Büroflächen, Infrastruktur, Verwaltung und Management an einigen der besten (Steuer-)Standorte der Schweiz, wie z.B. Zug oder Luzern, anzubieten.

 

Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören.