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Konsolidierte Jahresrechnung – längere Übergangsfrist läuft ab

Kategorie: 
Fachartikel
Date: 
28. November 2016
KENDRIS Autor(en): 

Ab 2016 gilt das neue Rechnungslegungsrecht auch für Konzernrechnungen. Eine juristische Person muss eine konsolidierte Jahresrechnung erstellen, wenn sie ein oder mehrere rechnungslegungspflichtige Unternehmen kontrolliert. (Art. 963 OR).

Eine transparente und aussagekräftige Konzernrechnung unterstützt Sie in der Führung Ihrer Unternehmensgruppe. Sie bildet gleichzeitig eine ausgezeichnete Grundlage für strategische Entscheidungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen, neuen Finanzierungen oder für Nachfolgelösungen.

Eine vorausschauende Planung bewahrt Sie vor unnötigen und unkoordinierten ad-hoc Projekten. Unter hohem Zeitdruck eine verlässliche finanzielle Berichterstattung implementieren zu müssen, absorbiert Management-Kapazitäten am falschen Ort und zur falschen Zeit.

 

Die 3-jährige Übergangsfrist zur Umstellung von konsolidierten Jahresrechnungen auf das neue Rechnungslegungsrecht läuft Ende 2016 ab. Für viele Unternehmen, insbesondere für Stiftungen und Vereine, entsteht neu die Pflicht zur Erstellung einer Konzernrechnung. Dagegen dürften einige Gesellschaften neu die Befreiungsmöglichkeit in Anspruch nehmen können, da die entsprechenden Kriterien ausgeweitet wurden.

Kriterien zur Befreiung von der Pflicht zur Erstellung einer konsolidierten Jahresrechnung

Zwei der drei nachstehenden Grössenkriterien dürfen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht überschritten werden:

  • CHF 40 Mio. Umsatz
  • CHF 20 Mio. Bilanzsumme und
  • 250 Vollzeitstellen

Zusätzlich muss auch ohne Konzernrechnung eine möglichst zuverlässige Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Unternehmensgruppe möglich sein.

Grundsätzlich bringt das neue Rechnungslegungsrecht keine revolutionären Änderungen in der schweizerischen Konzernrechnungslegungspraxis mit sich. Für nicht börsenkotierte Gesellschaften enthält es weiterhin nur wenige Regelungen.

Als Minimalanforderung müssen die Grundsätze ordnungsmässiger Rechnungslegung eingehalten werden. Diese Grundsätze verlangen von der Rechnungslegung, dass sie

  • klar und verständlich ist,
  • vollständig ist,
  • verlässlich ist,
  • das Wesentliche enthält,
  • in Darstellung und Bewertung stetig ist,
  • nach dem Bruttoprinzip erstellt ist.

Damit sind Buchwertkonsolidierungen weiterhin zulässig. Auf den ersten Blick scheint dies eine sehr KMU-freundliche Lösung zu sein. Wenn Sie eine aussagekräftige Konzernrechnung wünschen, reichen die neuen gesetzlichen Mindestanforderungen aber nicht.

Das primäre Ziel des neuen Rechnungslegungsrechts ist nämlich die Darstellung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens, so dass sich Dritte ein zuverlässiges Urteil bilden können. Dieses Ziel ist nicht zu vernachlässigen.

Nehmen Sie die neuen gesetzlichen Vorschriften zum Anlass, um nicht nur das zwingend Notwendige zu machen. Mittels einer transparenten Konzernrechnungslegung schaffen Sie einen Mehrwert für Ihr Unternehmen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.

Eine sorgfältige Planung der Einführung einer transparenten und verlässlichen konsolidierten Jahresrechnung ist der Grundstein für ein erfolgreiches Projekt. Gerne begleiten wir Sie in diesem Prozess.

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